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Duschen gehört zum Training!

Sportliche Richter in Karlsruhe

 

Der Fall (verkürzt):

Ein überregional tätiges Fitnessunternehmen bot seinen Kunden in der Werbung eine monatliche Mitgliedschaft in seinen Fitnessstudios zu einem sehr günstigen Preis an. Allerdings klärte es hierbei nicht darüber auf, dass in diesem Preis die Nutzung der vorhandenen Duschen nicht enthalten war. Hier musste der Kunde eine Zusatzgebühr für ein paar Minuten Duschen entrichten.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs sah hierin eine unlautere Werbung und forderte das Fitnessunternehmen auf, diese Werbung zu unterlassen. Da dieses jedoch an seiner Werbung festhielt mussten die Gerichte entscheiden.

 

Die Entscheidung:

Das Oberlandesgericht Karlsruhe gab der Klage in zweiter Instanz statt und wies die Berufung des Fitnessunternehmens gegen das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Mannheim zurück.

Die Richter beanstanden in ihrer Entscheidung die Werbung als irreführend, da sie bei dem angesprochenen Publikum den unzutreffenden Eindruck erwecken würde, die Nutzung der Duschen sei inklusive. Dies würde bei einem Fitnesstudio, in dem man naturgemäß auch ins Schwitzen kommt, grundsätzlich erwartet, da das Duschen ein zu dem Training gehörender Vorgang sei. Wenn die Nutzung der Duschen extra kostet, ist hierauf hinzuweisen.

Auch den Einwand des Fitnessstudios, die Richter verfügten nicht über die notwendige Sachkunde, wurde eine Absage erteilt. Das Gericht legte hier Wert auf die Feststellung, dass es auch zu dem angesprochenen Verkehrskreis zählen würden, da auch die Richter sich zumindest potenziell für Angebote zur körperlichen Ertüchtigung interessierten.

Fazit:

Neben der Tatsache, dass es in Karlsruhe offensichtlich sportliche Richter gibt, verdeutlicht das Urteil die Gefahren unzulässiger Werbung. Aufwendungen für komplette Werbeaktionen können so schnell "zum Fenster raus" sein. Durch qualifizierte Beratung im Vorfeld lassen sich hier Konflikte und unnötige Ausgaben vermeiden.

J. Daners